Theoretische Ausbildung

Die Theoretische Ausbildung (§3 PsychThG-APrV) umfasst mindestens 600 Stunden und findet 2-3x monatlich in Theorieseminaren dienstags, freitags und samstags statt. Hierbei werden Grundkenntnisse in wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren und vertiefte Kenntnisse und Fertigkeiten der kognitiven Verhaltenstherapie vermittelt. Das Curriculum umfasst 3 Jahre.

Schwerpunkte der Seminare sind u. a. folgende Themenkomplexe: Verhaltenstherapeutische Grundlagen und Techniken (z.B. Expositionsverfahren), Leistungsdiagnostik, Strukturierte Interviews, Klassifikationssysteme, therapeutische Gesprächsführung (inklusive Erstgespräch), Behandlung verschiedener Störungsbilder (u.a. affektive Störungen, spezifische und soziale Phobien, Zwangsstörungen, chronischer Schmerz), Soziales Kompetenztraining, Grundlagen der Klinischen Neuropsychologie usw. Die theoretische Ausbildung ist damit eine optimale Vorbereitung auf die praktische Ausbildung

 

Praktische Tätigkeit 1 und 2

Die Praktische Tätigkeit (§2 PsychThG-APrV) umfasst mindestens 1.800 Stunden. Diese werden wie folgt aufgeteilt:

  • Praktische Tätigkeit 1: mindestens 1.200 Stunden an einer zugelassenen psychiatrisch-klinischen Einrichtung

  • Praktische Tätigkeit 2: mindestens 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung

Eine Praktische Tätigkeit wird nur anerkannt, wenn sie während der vertraglich geregelten Ausbildungszeit stattfindet.

 

Praktische Ausbildung unter Supervision

Nach erfolgreichem Ablegen einer mündlichen Zwischenprüfung im 2. Ausbildungsjahr beginnt die praktische Ausbildung unter regelmäßiger Supervision (§4 PsychThG-APrV). Diese umfasst mindestens 600 Stunden Verhaltenstherapie und bietet die Möglichkeit, vertiefte therapeutische Erfahrungen zu sammeln, gelerntes Wissen in der Praxis umzusetzen und eigene therapeutische Fähigkeiten zu entwickeln und auszubauen. Die Supervision bietet dabei den Ausbildungstherapeuten eine regelmäßige Unterstützung während der Patientenbehandlungen und ermöglicht die Reflexion des eigenen therapeutischen Handelns.

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Selbsterfahrung

Die Selbsterfahrung (§5 PsychThG-APrV) hat einen Gesamtumfang von mindestens 120 Stunden und wird über drei Jahre verteilt blockweise angeboten. Sie findet in der Ausbildungsgruppe unter Anleitung erfahrener Selbsterfahrungsleiter statt. Inhalte der Selbsterfahrung sind die Reflexion und Modifikation der eigenen persönlichen Voraussetzungen, die für das therapeutische Erleben und Handeln von Bedeutung sind.

 

Weitere Ausbildungsteile

Als “freie Spitze” können auf Antrag bis zu 930 Stunden von der Ausbildungsleitung anerkannt werden. Dazu zählen unter anderem 600 Stunden als Vor- und Nachbereitungen von Therapien und Supervision und 300 Stunden als Vor- und Nachbereitung von Theorieveranstaltungen.
Außerdem können nach einer Äquivalenzprüfung externe Veranstaltungen anerkannt werden. Mögliche externe Veranstaltungen sind: Wissenschaftliche und praxisorientierte Tagungen, Kongresse und Workshops, Veranstaltungen, die im Rahmen der sonstigen beruflichen Tätigkeit angeboten werden sowie die Teilnahme an Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen kooperierender Einrichtungen. Die Teilnahme an derartigen Veranstaltungen ist anhand von unterschriebenen Teilnahmebescheinigungen zu belegen. Alle geleisteten Stunden sind in einer tabellarischen Aufstellung zu belegen.